Im letzten Eintrag wurde die Vorgeschichte erzählt. Jetzt geht es ans Eingemachte. Direkt nach der Bereitstellung des vServers durch den Anbieter, muss man sich für das Betriebssystem entscheiden, das auf dem Server installiert werden soll. Da die Virtualisierung auf OpenVZ basiert, können naturgemäß nur Linux-Systeme in den einzelnen Containern laufen. Der Kernel kann nicht ausgetauscht werden; es handelt sich um eine Virtualisierung auf Betriebssystemschicht, ähnlich den Jails von FreeBSD oder Zones von Solaris.
Zur Auswahl stehen im sehr aufgeräumten Kundenmenü von EUserv folgende Systeme:
- CentOS 4.0 minimal
- CentOS 4.7 minimal
- CentOS 5.0 minimal
- CentOS 5.2 minimal
- Debian 4.0r4 minimal
- Debian 4.0r4 minimal 64Bit
- Debian 4.0r4 SysCP 64Bit
- Fedora Core 9 minimal
- Gentoo 2008.0 minimal
- Gentoo 2008.0 minimal 64Bit
- OpenSuSE 10.0 standard
- Ubuntu 8.04LTS minimal
- Ubuntu 8.04LTS minimal 64Bit
Abgesehen von den uralten CentOS-Versionen (zumindest CentOS 4.0 und 5.0 könnten verschwinden) und OpenSuSE 10.0, dessen Support laut SUSE Linux Lifetime schon Ende 2007(!) abgelaufen ist, habe ich daran nichts schwerwiegendes auszusetzen.
Fedora 9 wird laut des Lifecycle-Plans noch einen Monat nach Erscheinen von Fedora 11 unterstützt, was ebenfalls ein baldiges Supportende für diese Distribution bedeutet. Wenn das System unbedingt RPM-basiert sein muss, würde ich in diesem Fall zu CentOS raten, welches binärkompatibel zu RHEL ist.
Es sollte für jeden eine passende Distribution dabei sein. Es fällt jedoch auf, dass es lediglich ein fertiges Image mit vorinstallierter Administrationshilfe (in diesem Fall Debian Etch mit SysCP) gibt. Blutige Anfänger werden also dieses Image wählen oder es am Anfang relativ schwer haben.
Die angebotenen 64 Bit Images halte ich für weitgehend überflüssig, da diese bei der gegebenen “Hardware”-Konfiguration des vServers mehr Nachteile als Vorteile bringen. Die Wortbreite von 64 Bit verschwendet schlicht und ergreifend den auf dem System so wertvollen Speicher. Einige Schätzungen gehen von etwa 30% größeren Programmen aus (wobei das natürlich von den Programmen abhängt), die auch erst einmal in den Speicher geladen werden wollen.
Ich habe mich für das Gentoo System (32 Bit) entschieden, da ich bei diesem weitgehende Möglichkeiten zur individuellen Anpassung habe, die ich bei anderen Distributionen in diesem Maße nur umständlich erreichen kann. Der Fakt, dass jedes Programm dabei auf dem vServer kompiliert wird, ist ein gewisser Nachteil. Ich hoffe jedoch, dass dieser Umstand am Ende durch ein schlankes System belohnt wird. Als Alternative wäre für mich derzeit lediglich noch CentOS in Frage gekommen. Debian und Ubuntu Linux haben sich in letzter Zeit als Serverdistributionen nicht gerade empfohlen, so dass diese aus der Auswahl herausgefallen sind.
Nach der Beauftragung im Kundenmenü hat es rund anderthalb Tage gedauert, bis das System reinitialisiert (sprich: das ausgewählte Image auf dem vServer installiert) war. Das ist heutzutage für einen virtuellen Server schlicht und ergreifend zu lange. Andere Provider schaffen es durch einen hohen Grad an Automatisierung wesentlich schneller (innerhalb weniger Stunden). Zwar sollte ein Kunde den vServer nur sehr selten neuinstallieren lassen, aber wenn er dies tun muss, sollte es wenigstens schnell gehen. Ich hoffe, dass EUserv in diesem Punkt noch nachbessert.
Zum Abschluss noch ein paar (anonymisierte) Bilder aus dem Kundenmenü von EUserv:
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Im nächsten Eintrag schauen wir uns das von EUserv installierte System an.