What I did last weekend
Die letzten Tage war es hier etwas ruhiger. Daher möchte ich die Gelegenheit nutzen, um kurz zu schildern, was ich die letzten beiden Wochen getrieben habe.
Am Dienstag, den 9. Februar 2010 war die offizielle Einweihung des Rechenzentrums, schön groß aufgezogen mit Feierei, vielen VIPs (u. a. dem CEO der deutschen Muttergesellschaft, "unserem" Scheich und einem saudischen Minister) und Live-Übertragung auf dem Fernsehsender des Scheichs. Für die (deutsche) Belegschaft hieß das immer freundlich lächeln, die Gäste begrüßen und bei einer Tour durch das Rechenzentrum und das NOC den interessierten Gästen Frage und Antwort zu stehen. Nachdem das geschafft war, gab es einen kleinen Imbiss für die gesamte Belegschaft der Firma (was mehr oder weniger gut geklappt hat).
Am Mittwoch, den 10. Februar 2010 wurde anlässlich der Einweihung des Rechenzentrums und der Anwesenheit des CEOs unserer Muttergesellschaft ein Mittagessen in der deutschen Botschaft veranstaltet, zu dem die deutsche Belegschaft der Business Unit ICT geladen wurde. Da in Saudi-Arabien ein striktes Alkoholverbot herrscht, war ich doch erfreut, dass es in der Botschaft Bier und Wein zum hervorragenden Buffet gab.
Am ersten Tag des Wochenendes (die Arbeitswoche ist hier von Samstag bis Mittwoch, Donnerstag und Freitag sind frei) wurden wir zu einem formlosen Get-Together auf die Farm "unseres" Scheichs eingeladen. Aber zunächst ging es mit ein paar Kollegen zum Saudi Racing Festival (2. Runde) auf den der Farm nahe gelegenen Reem International Circuit. Dort wurde u. a. die zweite Runde des 2010 Zain Lotus Cup ausgetragen, d. h. es gab viele PS-starke Autos zu sehen, die ich euch nicht vorenthalten möchte.
Wie es sich für Saudi-Arabien gehört, darf ein bin Laden natürlich nicht fehlen. ![]()
Freundlicherweise durften wir uns dann auch eines der Autos setzen. Und obwohl das Cockpit von außen und beim ersten Blick hinein recht eng aussieht, habe ich doch hineingepasst. Erstaunlich viel Beinfreiheit in so einem Wagen.
Warum diese zwei Figuren (bzw. später auch noch andere) unbedingt im Zuschauerbereich auftauchen mussten, wissen wahrscheinlich nur die Saudis…
Nach dem Rennen haben wir uns dann, wie schon angedeutet, auf die Farm begeben, wo es zunächst Kaffee, Tee und Kuchen bzw. einen kleinen Imbiss gab. Das war eine nette Gelegenheit, um mal die gesamte deutsche Belegschaft auf einem Fleck zu sehen. Damit es nicht langweilig wurde, hat man uns ein paar Quads zur Verfügung gestellt, mit der wir über das ausladende Gelände der Farm fahren konnten - gerne auch querfeldein über einige Sanddünen. Da die Quads nicht die stärksten waren und ich zum ersten mal auf so einem Gerät saß, bin ich natürlich ein paar mal stecken geblieben. Den Sand konnte ich auch zwei Tage später noch aus meinen Schuhen rieseln lassen. ![]()
Sobald es dunkel war, haben wir uns in Richtung Indoor-Swimmingpool begeben, an dem das abendliche Buffet stattfand. Wenn ich groß bin, möchte ich auch so einen haben.
An einer Seite des Pools waren Tische gedeckt und ein Buffet aufgebaut, an dem wir uns nach Herzens Lust bedienen konnten. Auf der anderen Seite des Swimmingpools waren einige "Spielzeuge" aufgebaut: Tischfußball, ein Flipperautomat und einige Spielautomaten (Street Fighter II or Mortal Kombat, anyone?). Eine Fernsehecke sowie eine Bar (natürlich ohne Alkohol) durften natürlich auch nicht fehlen. So könnte ich mir mein Abendessen immer vorstellen. ![]()
Der folgende Freitag verlief dann eher ruhig: Abends wurde mit einigen Kollegen gemütlich gegrillt und das war es im Großen und Ganzen dann auch. Nach einer zuvor anstrengenden Woche war das aber auch nicht weiter schlimm.
Die Woche begann am Samstag, den 13. Februar 2010 dann wieder wie gewohnt und war die ersten beiden Tage recht ereignislos. Montag und Dienstag bekamen wir von einem Kollegen aus Deutschland einen seeehr zusammengedampften Einführungskurs in ITIL verpasst. Wenn die Firma bzw. das Rechenzentrum eine Trusted Site- bzw. ITIL-Zertifizierung erhält, sind wir wohl die ersten in Saudi-Arabien, die damit protzen dürfen. Zum Abschluss des Kurses ging es abends in ein Steak House, wo der Tag mit einem leckeren Stück Fleisch auf Stein gebührlich abgeschlossen wurde. Interessanterweise wurde das Steak fast roh geliefert und konnte dann auf einem auf über 200° C (bzw. 400° Fahrenheit) erhitzten Stein (daher auch der Name Black Rock) auf den gewünschten Grad gebraten werden. Habe ich schon erwähnt, dass das unheimlich lecker war? ![]()

