/dev/joschi

Ramblings, rants, and rabid speculations

RoundCube: AJAX Für Alle!

Wie man unter anderem bei Golem und /. lesen kann, wurde kürzlich RoundCube Webmail veröffentlicht. Naja, wenn man es genau nimmt ist es eine Alpha-Version, von der bereits Ende Juli die erste Version veröffentlicht wurde. Ich hatte damals die Version 0.1-20050811 installiert, allerdings konnte mich das damals nicht sehr begeistern. Mit Release der Version 0.1-20051007 wollte ich mein Glück noch einmal versuchen.

Aber was ist so außergewöhnlich an RoundCube Webmail? Immerhin gibt es zahllose Webmail-Skripte in allen erdenklichen Sprachen, darunter solche Alleskönner wie Horde/IMP oder Squirrelmail. RoundCube macht massiv Gebrauch von AJAX. AJAX ist eines der wohl am meisten gehypten Technologien des Jahres 2005, obwohl die Technik eigentlich schon einige Jahre auf dem Buckel hat. Wenn man jemandem erklären will, was AJAX ist, so gibt man einfach ein paar Beispiele: Google Mail, Google Maps oder Yahoo Mail. Alle benutzen die Technik, um Ihre Skripte aufzupeppen, so dass sich diese mehr wie Applikationen auf dem Rechner der Benutzer, als Webseiten anfühlen. Es muss z. B. nicht bei jeder Anfrage die gesamte Seite neu geladen werden, sondern es wird dynamisch nur der sich verändernde Teil aktualisiert.

Zurück zum Thema: Jedenfalls macht RoundCube Webmail Gebrauch von AJAX und ähnelt somit den zuvor genannten Webmail-Oberflächen von Google und Yahoo.

Laut der Beschreibung soll RoundCube mit diesem Release auch PostgreSQL unterstützen. Schön, dachte ich, ein Grund das Skript noch mal zu testen. Leider war die Behauptung wohl nicht ganz richtig. RoundCube läuft ohne Patch nicht mit PostgreSQL. Die Entwickler benutzen zwar PEAR::DB als Datenbankabstraktionsschicht, haben es aber versäumt, Ihre Abfragen auch wirklich kompatibel zu gestalten. Naja, nach kurzer Suche fand ich einen entsprechenden Patch im Bugtracker des Projekts. Damit funktioniert RoundCube zumindest rudimentär mit PostgreSQL. Hin und wieder wird noch ein ungültiger Query abgefeuert, so dass z. B. die Mailübersicht beim Vorkommen eines Unicode-Zeichens im Titel einer Mail nicht angezeigt wird usw.

In der vorliegenden Version ist RoundCube Webmail mit Sicherheit keine Konkurrenz zu den etablierten Skripten. Die Entwickler haben noch einen langen Weg vor sich (was sich auch in der Roadmap niederschlägt). Ich habe allerdings keinen Zweifel daran, dass sich das Skript mit der Zeit und neuen Versionen zu einem ernstzunehmenden Webmail-Interface entwickeln wird. Mit persönlich fehlen da allerdings noch ein paar Kleinigkeiten, z. B. die Integration von GnuPG, das Erstellen von Filterregeln für Sieve, echte Unabhängigkeit von der unterliegenden Datenbank oder ein Security Audit. ;)

Comments